Kanu-Club Kelsterbach beim Abpaddeln des Kanu-Bezirks dabei

Die Wettervorhersage verhieß nichts Gutes für diesen Sonntag, an dem das traditionelle Abpaddeln des Bezirks Untermain im Kalender stand. Vormittags war Regen angekündigt, ab Nachmittag dann Sturm und weitere ergiebige Regenfälle. Dementsprechend überschaubar war die Zahl der Wagemutigen, die sich morgens um neun Uhr trotzdem einfanden um das Paddeljahr würdig abzuschließen.

Von den fünf angetretenen Sportlern des Kanu-Club Kelsterbach wurden zwei Fahrer zum Versetzen des Vereinsbusses benötigt und so blieben ganz drei Kanuten übrig, um auf das Wasser zu gehen. Viel zu wenig, um den eigentlich geplanten Canadier zu besetzen. Kurzentschlossen wurden drei Einer gewählt und beladen, dazu die nötige Ausrüstung wie Paddel, Schwimmwesten, Spritzdecken, Regenkleidung und Verpflegung für unterwegs.

In Ginsheim am dortigen Altrheinarm, dem Treffpunkt mit den anderen Vereinen des Bezirks, wurde nach kurzer Diskussion entschieden, das Tagesziel zu ändern. Aufgrund des zu erwartenden Wetters wurde statt dem ursprünglichen Ziel rheinabwärts an der Ingelheimer Rheinfähre, nun das Bootshaus des KCW Raunheim am Main ausgewählt.

Als alle Boote im Wasser waren, machte sich eine kleine Armada von zwanzig Kanuten, vorwiegend in Einern, aber auch ein paar wenige Zweier auf den Weg. Inzwischen hatte der Regen aufgehört, die Temperatur war recht mild und noch herrschte Windstille. Etwa einen Kilometer später war schon die Mündung des Altrheinarms in den Rhein erreicht. Auf dem hier sehr breiten Fluss gab es kaum Strömung, sodass von den Kanuten doch etwas Arbeit nötig war, um die zwei Kilometer bis zur Mainmündung zurückzulegen. Kaum jemand ahnte hier, dass uns bald noch ein ordentliches Stück Arbeit erwarten würde.

Stromaufwärts ist der Main durch die vielen Staustufen kaum eine Herausforderung und oft geübte Pflicht bei vielen Trainingsfahrten. Je weiter wir uns jedoch der Schleuse Kostheim näherten, umso stärker wurde die Gegenströmung. Trotz des niedrigen Wasserstandes war ein Tor der Staustufe geöffnet und mit jedem Meter musste das Paddel kräftiger durchgezogen werden, um überhaupt noch vorwärts zu kommen.

Schließlich war alle Mühe vergebens. Trotz stärkster Anstrengung war nicht mehr möglich als die Stelle zu halten und die Bäume am Ufer bezeugten, dass wir keinen Fortschritt mehr erzielten. Auch wenn das ruhige Wasser vor der Bootsschleuse zum Greifen nah schien, es half alles nichts. Uns blieb nur noch übrig am Ufer anzulegen, die Boote an Land zu ziehen und die restlichen Meter sozusagen als Wanderpaddler zu Fuß zurückzulegen.

Die Schleuse Kostheim war als Pausenplatz auserkoren, jedoch fiel die verdiente Erholung eher kurz aus, denn inzwischen hatte Nieselregen eingesetzt und auch der vorhergesagte Sturm kündigte sich durch lebhaften Wind und vorbeifliegende Wolken an. Als alle Boote oberhalb der Schleuse wieder im Wasser waren, nahmen wir die letzte Etappe in Angriff. Ab jetzt glücklicherweise wieder fast strömungslosen wie wir den Main kennen. Zusätzlich schob uns der nun immer kräftiger wehende Wind unserem Ziel entgegen. Während sich am Ufer die Bäume bereits heftig bogen, auf dem Wasser lebhafte Wellen tanzten, näherten wir uns Kilometer um Kilometer unserem Ziel.

In Rüsselheim, bei den Sportfreunden des Kanuvereins Undine, stiegen die meisten Paddler bereits aus und nur ein paar wenige Hartgesottene ließen sich noch die letzten knapp zwei Kilometer vom kräftigen Wind bis zur Anlegestelle in Raunheim blasen. Schnell verluden wir dort die Boote und fuhren zum abschließenden geselligen Beisammensein mit Speis und Trank im Bootshaus von Undine Rüsselsheim. Ein sehr schöner, interessanter Bildervortrag über die Vogalonga, eine große Bootsregatta in Venedig, rundete den Nachmittag ab, während draußen inzwischen ein kurzer, aber doch heftiger Sturm tobte.

Froh den schlimmsten Unbillen des Wetters entkommen zu sein und trotzdem einen netten, sportlichen Tag auf dem Wasser verbracht zu haben, kehrten wir drei Paddler des Kanu-Club Kelsterbach gegen kurz vor 18 Uhr zum heimischen Bootshaus zurück.