Kanu-Club Kelsterbach entdeckt Delikatessen am Wegrand

In der Regel konzentrieren sich die Mitglieder des Kanu-Club Kelsterbach in freier Natur auf die Gewässer, die es zu befahren gilt. Dass auf den Wegen, beziehungsweise den Wegrändern, die sie benutzen um dort hin zu kommen, eine Vielzahl an Schätzen zu finden sind, diese Erfahrung war für sie neu. Zu dieser Erkenntnis führte sie die ärztlich geprüfte Gesundheits-, Kräuter- und Kneippberaterin Sina Stingl auf einer Kräuterwanderung  am Ortsrand von Diedenbergen. Frau Stingl begrüßte neun interessierte Mitglieder des Vereins und informierte, bevor es auf die Wege und Wiesen ging, über die gesundheitsfördernde Wirkung  der in freier Natur vorkommenden Pflanzen wie auch über Möglichkeiten, diese zu verarbeiten und zu konservieren. Bei herrlichem Frühlingswetter ging‘s dann aber los in die freie Natur. Kaum ein paar Schritte gelaufen, konnten schon die ersten Kräuter gefunden und vorgestellt werden: Schafgarbe, Breit- und Spitzwegerich. Unscheinbare Pflanzen, die im scheinbar gleichmäßigen Grün des Wegesrandes kaum wahrgenommen werden, aber viel Vorteilhaftes für die Gesundheit zu bieten haben. Die Wegeriche beispielsweise wirken wundheilend, schleimlösend sowie gegen Insektenstiche. Die Schafgarbe dagegen wirkt schweißtreibend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Eines haben all die natürlichen Kräuter gemeinsam: Sie enthalten Bitterstoffe, die eben zu diesen besonderen Eigenschaften führen und die aus den Gemüse- und Salatpflanzen, die wir im Supermarkt kaufen können, aus geschmacklichen Gründen herausgezüchtet worden sind. Was im Besonderen erstaunte war die Tatsache, dass auch die Blüten zum Verzehr geeignet sind. Damit kann man Salate beispielsweise nicht nur gesund, sondern auch für das Auge besonders anspruchsvoll gestalten. Im weiteren Verlauf der Kräuterwanderung wurden neben allgemein bekannten Pflanzen wie Löwenzahn, der entgegen der allgemeinen Annahme nicht giftig ist, Sauerampfer und Gänseblümchen auch weniger bekannte Arten wie Giersch, Gundermann, Knoblauchsrauke und Taubnessel geerntet und vorgestellt. Die Natur enthält während der gesamten Vegetationsperiode wahre Schätze, die von der Jahreszeit abhängig verschiedenartig vorkommen. Gegenwärtig beispielsweise ist Saison für den Bärlauch, der in schattigen Bereichen in großen Mengen gefunden werden kann. Besonderes Erstaunen erregte die Aufforderung, Brennnesseln zu ernten und zu verzehren. Sina Stingl zeigte, worauf man achten muss, damit man weder Finger noch Zunge verbrennt. Und es funktionierte tatsächlich, wenn auch geschmacklich eine Zubereitung wie Spinat sicherlich besser mundet als die Brennnessel als Rohkost. 

Dass aber all die Kräuter aus der Natur neben gesundheitlichen durchaus auch geschmackliche Vorzüge aufweisen bewies die Beraterin bei einem wunderbaren Naturprodukte-Picknick, zudem sie allerlei Köstlichkeiten vorbereitet hatte vornehmlich aus Materialien, die die freie Natur bietet. Und das Besondere dabei: Alle während der Kräuterwanderung gesammelten Pflanzen wurden in diesem Picknick verwendet. So gab es Häppchen mit unterschiedlichen Brot Belägen, die mit Blüten von Gänseblümchen und Löwenzahn sowie Blättern von Scharbockskraut und Giersch verziert wurden. Auch die beiden Salatvariationen wurden mit den geernteten Kräutern verfeinert. Aromatische Kräutertees rundeten das Picknick ab. Auf diese Weise körperlich und  seelisch gesättigt endete für die Mitglieder des Kanu-Club Kelsterbach ein wunderbarer Ausflug in die Natur.